
In den letzten Tagen wurde von verschiedenen Spanischen Medien ein Artikel publiziert, in dem es um den Informationsaustausch der einzelnen Institute und Behörden in den Tagen vor dem Vulkanausbruch in der Cumbre Vieja geht, den wir frei übersetzt haben und hier veröffentlichen möchten.
Heute wissen wir aus den vom Wissenschaftlichen Ausschuss veröffentlichten Berichten, den offiziellen Dokumenten des Kanarischen Vulkan-Notfallplans sowie aus den Berichten über die beobachteten Ereignisse und die vom Spanischen Institut für Geologie und Bergbau (IGME-CSIC) durchgeführten Überwachungsmaßnahmen, dass wir um alles, was passiert ist, mit Ausnahme des Vulkans, herumgekommen wären, wenn die Behörden nur die Warnungen der Wissenschaftler beachtet und das von der geltenden Rechtsordnung vorgesehene Protokoll eingehalten hätten. Das haben sie in skandalöser Weise nicht getan, und heute ist es der Nachbar, der alles verloren hat, der die Folgen zu tragen hat. Wären sie Protokolltreu gewesen, hätten sie den juristischen Schaden, den moralischen Schaden, den Verlust von Eigentum, den Verlust von Gefühlen sowie den wirtschaftlichen Schaden vermieden, der durch den Ausbruch des Vulkans Tajogaite entstanden ist, der das Leben Tausender Palmeras und Palmeros zerstört hat und unsere Zukunft gefährdet.
Es ist bekannt, dass seit 2017 die ersten Voreruptionssymptome auf der Insel zu erkennen waren. Die Wissenschaft hatte vor ihnen gewarnt, ohne dass irgendein technisches Büro der Gemeinderäte oder das Cabildo die Bevölkerung gewarnt hätte. Sie erteilten weiterhin bis zum September 2021 Baugenehmigungen und Bewohnbarkeitszertifikate, wobei sie eindeutig ihre Pflichten vernachlässigten, indem sie eine Gefahr für die Sicherheit von Menschen und Eigentum in einem Gebiet, dessen Monate gezählt waren, nicht meldeten. Heute wissen wir auch, dass es bis zum Ausbruch des Vulkans unzählige geologische Ereignisse gab, die jedes Mal in einer geringeren Tiefe stattfanden und bei denen die Vorläuferparameter des Ausbruchs zunahmen, wovor Wissenschaftler die Behörden mindestens sieben Tage vor dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite warnten.
Die Behörden, die diese Warnungen und Informationen kannten, kümmerten sich nicht um die Interessen der örtlichen Bevölkerung. Sie weigerten sich sogar am Sonntagmorgen, dem 19. September, die Beweise zu sehen und versäumten es somit, die gefährdete Bevölkerung zu warnen, damit diese ihr Leben und ihr Eigentum sichern und schützen konnte.
Die Geschichte des Verrats
Wie in der Darstellung der Ereignisse, die von der Leitung des Instituto Geológico y Minero de España, IGME-CSIC, in der Revista Digital del Consorcio de Compensación de Seguros, Ausgabe 15, Herbst 2021, aufgezeichnet, wurde die Geologische Notfalleinheit (URGE) am 11. September aufgrund des unkontrollierten Anstiegs der Seismizität und ihres Aufstiegs an die Oberfläche in Voralarm versetzt. Am 11. September wurde die Geologische Notfalleinheit (URGE) aufgrund der unkontrollierten Zunahme der Seismizität und ihres Aufstiegs an die Oberfläche in Voralarm versetzt, um eine kontinuierliche Überwachung des Prozesses durchzuführen und einen Vulkanausbruch in der Cumbre Vieja mit großer Sicherheit vorhersehen zu können. Schon am selben Tag wusste man, dass man es mit einem strombolianischen Phänomen zu tun hatte, bei dem ein Lavafeld von mehr als 700 Hektar mit einer maximalen Dauer von 84 Tagen entstehen könnte. Das ist die Präzision, mit der die Wissenschaft arbeitet. Wenige Tage später und angesichts des raschen Anstiegs der Erdbeben an die Oberfläche versetzte die IGME die geologische Notfalleinheit (URGE) in Alarmbereitschaft, die vollständig in den wissenschaftlichen Ausschuss PEVOLCA integriert werden sollte.
Am 13. September 2021 warnte der wissenschaftliche PEVOLCA-Ausschuss in seinem Bericht, dass die Helium-3-Emissionen den magmatischen Charakter des Prozesses bestätigten und den höchsten in den letzten 30 Jahren beobachteten Wert darstellten, weshalb die Alarmstufe auf die gelbfarbene Ampel erhöht und der PEVOLCA-Plan aktiviert wurde. Es sei daran erinnert, dass es in der Woche vom 13. bis 19. September 2021 mehr als 21.000 Erdbeben gab, die alle von den Wissenschaftlern aufgezeichnet worden sind und über die in den Medien ausführlich berichtet wurde.
Am 15. September 2021 ergaben die wissenschaftlichen Modelle der geologischen Notfalleinheit nach Feldarbeit und Erkundung der von diesen Phänomenen betroffenen Gebiete sowie nach Untersuchung der geophysikalischen Parameter eine maximale Wahrscheinlichkeit eines strombolianischen Ausbruchs innerhalb von 7 Tagen ab dem 15. September. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich der Koordinator der Geologischen Notstandseinheit (URGE) direkt mit dem Nachrichtendienst der Militärischen Notstandseinheit in Verbindung, um alle Informationen zu übermitteln, die auf eine UNMITTELBARE Eruption in dem festgelegten Gebiet hinwiesen, in dem die Eruption einige Tage später stattfinden würde. Am selben Tag, dem 15. September, wurden die Behörden mit der gleichen Präzision der Informationen und der gleichen Alarmstufe gewarnt, und als Folge der Warnung aktivierten sie die Zivilschutzpläne, die die wahrheitsgemäße und aktuelle Information der Bevölkerung beinhalteten, um Leben und Eigentum zu schützen, was von der PEVOLCA-Direktion, der kanarischen Regierung und von unserem Cabildo und den Stadtverwaltungen ignoriert wurde.
Am 17. September ortete die Geologische Notfalleinheit (URGE) das Magma in einer Tiefe zwischen 11 und 13 km und bestätigte damit den Beginn des Bruchs der Erdkruste von unten, wegen des hohen Gasgehalts, der für den magmatischen Aufstieg zur Oberfläche verantwortlich war und die endgültige Ursache der Eruption darstellte. An diesem Tag, am 17. September, wurde die Eruption erneut als UNMITTELBAR eingestuft.
Am 18. September wurde das bisher stärkste Erdbeben mit einer Stärke von 3,8 und einer Tiefe von weniger als 2 km registriert. Die geologische Notfalleinheit alarmierte erneut die Behörden, den Wissenschaftlichen Ausschuss, die Direktion PEVOLCA und die UME und wies darauf hin, dass die Eruption innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden würde.
Die Palmeras und Palmeros sahen die sich anbahnende Katastrophe nicht und vertrauten wieder einmal auf die Botschaften der absoluten Ruhe, die von den Behörden, den Medien und den verschiedenen Nachbarschaftstreffen zu dieser Zeit verbreitet wurden. Und obwohl die Behörden über diese Informationen verfügten, verleugneten sie sie weiterhin gegenüber den Bewohnern, während sie gleichzeitig ihre Familien und Freunde vor den bevorstehenden Ereignissen warnten. Die Worte von Amílcar Cabrera sind ein beredtes Zeugnis für die Vorgehensweise des Cabildo: “Der Palmero hat einen Fabrikdefekt, wäre es klug gewesen, sie vorher zu warnen? Sie hätten uns sicher als Panikmacher bezeichnet”.
Die Wahrheit ist, dass die Bewohner, wenn sie sieben Tage im Voraus gewusst hätten, dass der Ausbruch unmittelbar bevorsteht, ihr Hab und Gut, ihre Erinnerungen, ihr Leben und ihren Besitz hätten versichern können. Die Verwaltung und die Behörden haben mit ihrer bewussten Unterlassung entschieden, dass es Bürger erster Klasse geben sollte, die privilegierte Informationen hatten, und Bürger zweiter Klasse, die mit verbundenen Augen lebten. Dies war die Realität für mehr als 7.000 Menschen.
Die Verwaltungen hielten sich nicht an das im Dekret 112/2018 vorgesehene Alarmierungsprotokoll, in dem die Verfahren des kanarischen Vulkan-Notfallplans festgelegt sind.
Das Cabildo de La Palma hielt am selben Tag dem 18. September um 18:00 Uhr, für die Bewohner von Las Manchas de Abajo, San Nicolás und Jedey und um 19:30 Uhr für die Bewohner von La Bombilla, El Remo und Puerto Naos eine Informationsveranstaltung in der Halle der Lucha Canaria Federico Simón ab. An diesem Tag beruhigte uns Herr Morcuende, Dienststellenleiter der Notfalleinheit von La Palma, indem er uns mitteilte, dass die Politiker beschlossen hätten, die Ampel auf Gelb zu belassen, wenn eine Evakuierung der gefährdeten Bevölkerung nicht möglich sei. Einige fragten, was denn noch passieren müsse, nachdem wir das Erdbeben der Stärke 3,8 unter unseren Füßen gespürt hatten, um die Ampel auf Orange zu stellen, wo eine Evakuierung obligatorisch ist. Stavros Meletlidis vom Nationalen Geographischen Institut antwortete, dass die Ampel erst dann auf Orange umgestellt werden kann, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs sehr hoch ist, ohne dass die Bevölkerung gefährdet wird. Mit den Daten, über die die Betroffenen jetzt verfügen und die uns seit dem 15. September vorenthalten wurden, hätte die PEVOLCA-Leitung mit der Regierung der Kanarischen Inseln und dem Cabildo von La Palma an der Spitze angesichts der ständigen und wiederholten Warnungen der Wissenschaftler auf eine rote Ampel umschalten müssen. Denn sie wussten seit dem 17. September, dass der Ausbruch unmittelbar bevorstand, eine Situation, die von der URGE weniger als 24 Stunden vor dem Ausbruch bekräftigt wurde.
Ebenfalls am 18. September, um 17:25 Uhr, erklärte der Präsident des Cabildo von La Palma, Mariano Hernández Zapata, gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass ein Vulkanausbruch auf der Insel unmittelbar bevorstehe, und erinnerte daran, dass die Geologische Notfalleinheit bereits die UME informiert und die Behörden alarmiert habe, die jedoch weiterhin die gelbe Ampel aufrechterhielten.
Heute wurde in den kanarischen Medien berichtet, dass ein Politiker währenddessen seine Freunde anrief und sagte: “Geht nach Hause, der Vulkan wird gleich explodieren, sagt eurer Familie Bescheid…”. Der Rest von uns hatte dieses Privileg nicht.
Die Ereignisse spitzten sich am 19. September zu, als der diensthabende technische Direktor von PEVOLCA, Jorge Parra López, um 11:42 Uhr die Intensivierung der Maßnahmen und die vorbeugende Evakuierung der gefährdeten Bevölkerung empfahl. In den Dokumenten der Kanarischen Regierung, des Notrufs 112 und der PEVOLCA und des Wissenschaftlichen Ausschusses waren sogar die Koordinaten des Ortes, Las Manchas-Jedey enthalten, an dem die Eruption stattfinden würde und sie verfügten bereits über eine Simulation des Verlaufs der Lavaströme. Dreieinhalb Stunden später brach der Vulkan aus, ohne dass jemand etwas getan hätte, um unser Leben und unser Erbe zu schützen.
Der technische Direktor von PEVOLCA räumt um 11:42 Uhr ein, dass sich der Prozess in diesem Moment in der prä-eruptiven Phase befindet, was technisch und rechtlich im Dekret 112/2018 de facto die sofortige Erhöhung der Alarmstufe auf die orange Ampel bedeutet. Weiterhin heißt es in demselben Dokument definitiv, dass die Intensivierung der Maßnahmen und die präventive Evakuierung der gefährdeten Bevölkerung empfohlen wird. Fakten, die nicht anders interpretiert werden können, als dass die PEVOLCA die Evakuierung empfohlen hat (und dies nicht getan wurde) und dass wir uns in der Voreruptionsphase befanden (weshalb der Erlass 112/2018 Vulkanischer Notfallplan der Kanarischen Inseln nicht eingehalten wurde, da die orangefarbene Ampel zu keinem Zeitpunkt aktiviert wurde).
Dies ist die Chronik eines schändlichen Verrats an den Bewohnern des Aridanetals. Sie wussten seit dem 13. September, dass die Gaswerte die höchsten der letzten 30 Jahre übertrafen und dass sie magmatischem Ursprungs entstammten, eine Tatsache, die den Behörden über den wissenschaftlichen Ausschuss PEVOLCA bekannt war. Das spanische Institut für Geologie und Bergbau (CSIC) warnte die Behörden, die UME und den Wissenschaftlichen Ausschuss PEVOLCA am 11. September vor einem mehr als sicheren Vulkanausbruch in der Cumbre Vieja vom strombolianischen Typ mit einem Lavafeld, das mehr als 700 ha groß sein könnte, und einer maximalen Dauer von 84 Tagen. Am 15. September wurde die militärische Notfalleinheit (UME) alarmiert, um im Falle eines bevorstehenden Ausbruchs unbekannten Ausmaßes zu koordinieren, da die Modelle eine maximale Wahrscheinlichkeit eines strombolianischen Ausbruchs innerhalb von 7 Tagen ab dem 15. September zeigten. Am 18. September warnten sie das PEVOLCA-Direktorium und die Behörden, dass der Ausbruch innerhalb von 24 Stunden stattfinden würde.
Und NICHTS, absolut NICHTS, wurde an die Bevölkerung weitergegeben, um sie vor einem bevorstehenden Vulkanausbruch zu warnen. Die Bewohner mussten aus ihren Häusern fliehen, während der Ausbruch bereits im Gange war und das Szenario sich nur wenige hundert Meter von ihren Häusern entfernt abspielte. Um ihr Leben zu retten, evakuierten sie ihre Angehörigen, ihre Haustiere und ließen alles zurück, was sie besaßen, vor allem aber ihre Erinnerungen, die in vielen Fällen Generationen zurückreichten. Die Justiz wird darüber zu entscheiden haben, ob es eine Verantwortung bei der politischen Bewältigung der Katastrophe gibt oder nicht. Vorerst werden all diese Daten und offiziellen Berichte als Hintergrundinformationen für die Klagen dienen, die derzeit verfasst werden.
Das Video zeigt wie INVOLCAN vor ein paar Tagen die aktuelle Temperatur des Vulkans Tajogaite gemessen hat.
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